Fil d'Ariane

Lautstark

Eine App mit Hörübungen für die Alphabetisierungsarbeit und das Lernen von Deutsch als Zweitsprache

Die Links zum kostenlosen Download im App Store und bei Google Play folgen in Kürze.

Eine Handreichung zum Einsatz der App im Unterricht folgt bald.

Ziel

Die App unterstützt den Zugang zur Schrift über das Gehör. Mit niederschwelligen, spielerischen Hörübungen werden die Grundfähigkeiten im Lesen und Schreiben trainiert (Aufbau der phonologischen Bewusstheit). So können Lernende im Umgang mit der Schrift mehr Sicherheit und schnellere Fortschritte erreichen und individueller gefördert werden.

Zielgruppe

  • Jugendliche und Erwachsene mit (sehr) geringen Schriftsprachkenntnissen in der Zielsprache Deutsch
  • Lehrkräfte in der Alphabetisierungsarbeit oder in Integrationskursen, besonders auch im Zusammenhang mit Einstufungsverfahren

Wissenschaftlicher Hintergrund: Was ist phonologische Bewusstheit?

Phonologische Bewusstheit stellt eine Schlüsselaufgabe sowohl für das Lesen als auch für das Schreiben in alphabetischen Schriftsystemen dar, und zwar beim Erst- ebenso wie beim Zweitspracherwerb. Es handelt sich um die Fähigkeit, Sprache in ihrer lautlichen Struktur zu erkennen, unabhängig von ihrem Inhalt.

Da sich die schriftlichen Fertigkeiten erst entwickeln, verzichtet die App bewusst auf Schrift. Stattdessen werden Audios, Bilder und Videos eingesetzt.

Gearbeitet wird mit Fantasiewörtern, die aber der Lautstruktur der deutschen Sprache entsprechen. So können sich die Lernenden ganz auf den Klang konzentrieren, der Rückgriff auf Bedeutung oder Rechtschreibwissen entfällt.

Umsetzung

Zur Entwicklung der phonologischen Bewusstheit werden in den Übungen zwei Lautebenen (Silben und Laute) sowie drei Aufgabentypen (Identifikation, Segmentierung und Synthese von Silben und Lauten) unterschieden. Die Annahme dabei ist, dass Aufgaben auf Silbenebene (links) einfacher sind als Aufgaben auf Lautebene (rechts) und dass die Identifikation (oben) weniger anspruchsvoll ist als die Segmentierung (Mitte) oder die Synthese (unten). Es empfiehlt sich also eher oben als unten und eher links als rechts anzufangen. Die einzelnen Aufgaben werden unten genauer beschrieben («Lernen mit der App»). Insgesamt stehen über 200 Übungen zur Verfügung. Auf der Bildschirmaufnahme sind die einzelnen Aufgabentypen zu sehen sowie weitere Schaltflächen wie der Infobutton und das Dreieck für die Beispielvideos (oben links), beziehungsweise das Podest zum Anzeigen der Resultate (unten in der Mitte; genauere Infos zu diesen Schaltflächen weiter unten). 

Bildschirmaufnahme 1

 

Lernen mit der App

Es gibt drei Aufgaben auf Silbenebene. Die farbigen Rechtecke symbolisieren dabei die Silben (u.a. in den Beispielvideos).

Bildschirmaufnahme 2

 

 

Es gibt drei Aufgaben auf Lautebene. Die farbigen Kreise symbolisieren dabei die Laute (u.a. in den Beispielvideos).

Bildschirmaufnahme 3

 

 

 

Trainiert werden:

(a) Identifikation (Erkennen) von Silben und Lauten

Bildschirmaufnahme 4Die Frage lautet: „Hören Sie das?“ Die Antwort erfolgt durch Klicken auf den grünen Haken („ja“) oder das rote Kreuz („nein“) (siehe Beispielvideos).

 

(b) Segmentierung (Zerlegen) von Silben und Lauten

Bildschirmaufnahme 5

Die Frage lautet: „Wie viele Teile hören Sie?“ Die Antwort erfolgt durch Klicken auf den passenden Würfel: 2 Augen = 2 Teile, 3 Augen = 3 Teile, 4 Augen = vier Teile (siehe Beispielvideos). Auf dieser Bildschirmaufnahme ist auch das Belohnungssystem mit dem Baum zu sehen (siehe weiter unten, „Resultate“).

Bildschirmaufnahme 6

 

(c) Synthese (Zusammensetzen) von Silben und Lauten

Bildschirmaufnahme 7Die Frage lautet: „Gleich oder anders?“ Die Antwort erfolgt durch Klicken auf das Bild mit halbem und ganzem Apfel („gleich“) oder das Bild mit halbem Apfel und ganzer Banane („anders“) (siehe Beispielvideos). Auf dieser Bildschirmaufnahme ist auch das Belohnungssystem mit dem wachsenden grünen Rahmen zu sehen (siehe weiter unten, „Resultate“). 

Bildschirmaufnahme 8

Resultate

Durch Klicken auf das Podest unterhalb der Aufgaben (siehe oben, „Umsetzung“) werden die jeweiligen Resultate angezeigt. 

  • Fragezeichen: Es wurden noch nicht genügend Übungen bearbeitet pro Aufgabe.
  • Seitlicher Daumen: Weniger als die Hälfte der Übungen wurde richtig gelöst.
  • Ein Daumen nach oben: 50-80% der Übungen wurden richtig gelöst.
  • Zwei Daumen nach oben: Mehr als 80% der Übungen wurden richtig gelöst.

Ein grüner Rahmen um die Aufgabe bedeutet, dass die Person noch an Übungen mit grösstenteils einfachen Silben (z.B. fa, scho, oder hei) beschäftigt ist.

Ein oranger Rahmen um die Aufgabe bedeutet, dass die Person bereits an Übungen mit grösstenteils komplexen Silben (z.B. tik, schwä, oder gust) beschäftigt ist.

Das sieht man bei den Resultaten der jeweiligen Personen. Durch Klicken auf das Symbol werden ausserdem die genauen Prozentangaben angezeigt.

 

Bildschirmaufnahme 9

 

Hinweise

Die Audios können jeweils mehrfach wiederholt werden. Dies erfolgt durch Klicken auf das Lautsprechersymbol oben rechts.

Zu Beginn jeder Aufgabe findet sich ein Erklärvideo. Diese Videos können durch Klicken der linken Schaltfläche abgespielt und durch Klicken der rechten Schaltfläche übersprungen werden sowie jederzeit auf dem Startbildschirm (durch Klicken auf das Dreieck oben links) aufgerufen werden.

Bildschirmaufnahme 10

Es können zwei Arten von Belohnungssystemen aktiviert werden (Bäume sammeln oder wachsender grüner Rahmen). Das Belohnungssystem kann aber auch deaktiviert werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Belohnungssystemen und die Wahl stellt eine persönliche Präferenz dar.

Bei Fragen und/oder mit Verbesserungsvorschlägen können Sie sich gerne bei uns melden: ifm-kfm@unifr.ch.

Hintergrund

Die App wurde im Rahmen des vom Bundesamt für Kultur geförderten Projekts Entwicklung eines Tools zur individuellen Förderung und Diagnose der phonologischen Bewusstheit bei migrationsbeding mehrsprachigen Personen: Alpha II entwickelt. Das Projekt wurde vom Institut für Mehrsprachigkeit (IfM) im Rahmen des Forschungsprogramms 2025-2028 des Wissenschaftlichen Kompetenzzentrums für Mehrsprachigkeit (KFM) durchgeführt. 

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